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Leben nach dem Tierheim

  • gnaedingersara
  • 8. Mai
  • 3 Min. Lesezeit
Jack beim Sonnenbaden
Jack beim Sonnenbaden

Jack ist ein liebevoller Pensionist. Er wurde vor einigen Jahren abgemagert auf der Strasse in Florida gefunden und ins Tierheim gebracht. Nach einem turbulenten Jahr im Tierheim wurde er in Pflege genommen. Aus ein paar Spaziergängen wurden Wochenenden und darauf wurde eine tiefe Verbundenheit, welche schliesslich zur Adoption aus Florida führte. Anschliessend wurde er mit in die Schweiz genommen und in sein neues liebevolles Zuhause gebracht.

Jack liebt lange Spaziergänge, Autofahren, Sonnenbaden, sein rohes Ei nach dem Mittagsspaziergang, Katzenjagd und die Menschen um sich herum. Aber er ist gar nicht gerne alleine und hat einen richtigen Hundeblick drauf.

Leider kommt er mit anderen Hunden gar nicht klar. Bei jedem Bellen von oder Sichtkontakt mit anderen Hunden, dreht er durch. Deshalb darf Jack draussen leider nie von der Leine gelassen werden. Ob es wirklich aggressiv oder doch nur spielerisch ist, können wir nicht einschätzen.

Jack beim Spazieren
Jack beim Spazieren

Er war bereits mehrfach bei einem Hundetrainer, leider ohne wirklichen Erfolg.

Jack braucht eine ganz klare Führung und eine starke Hand, die ihn auch mal zurückhalten kann, bei einem Aussetzer. Am Besten ist es, wenn der Leinenführer den Hund oder die Katze vor Jack sieht, dann ist es einfacher ihn in Schacht zu halten. Jedoch ist er sehr stur und auch schon 12 Jahre alt, weshalb es nicht ganz einfach ist, ihm neue Routinen zu etablieren.


Bei Tieren aus dem Tierheim, weiss man nie so genau, was einen erwartet. Jedes Tier kommt mit einem vollen Rucksack von Erlebnissen, die sehr prägend waren. Die meisten brauchen einfach viel Liebe und Zuwendung, weil dies meist gefehlt hat oder auch im Tierheim fehlt. In Tierheimen werden viele Tiere auf einmal betreut und es kann nicht immer auf alle Bedürfnisse eingegangen werden.


Ein wenig Liebe für Jack
Ein wenig Liebe für Jack

Ich darf mit Jack seine Mittagsspaziergänge unternehmen. Es ist jedes Mal eine Freude von beiden Seiten. Wir haben auch bereits ein wenig Fortschritte gemacht, was seine Sturheit und die Ausraster betrifft. Ich gehe in der Regel im 'Fuss' mit ihm, was mir die Reaktion bei einem anderen Hund oder Katze erleichtert. Auch gehe ich sehr konzentriert mit ihm spazieren, da ich gewappnet sein möchte, wenn ein anderer Hund in Sicht ist.







Die meisten Gründe, wieso Tiere im Tierheim abgegeben werden:

  • Verantwortung und Pflege: Viele Menschen sind sich der Verantwortung für Haustiere nicht gewachsen. Einige denken bei der Anschaffung nicht an den zeitlichen Aufwand eines Tieres. Dies führt zu Überforderung und Zeitmangel.

  • Finanzielle Not: Die Kosten für Tiere sind sehr hoch. Man benötigt Futter, Tierarztbesuche für Impfungen & Krankheit und eventuell Versicherungen. Dies kann zu finanzieller Belastung führen.

  • Veränderungen im Leben: Umzüge, Schicksale, Scheidungen oder neue Familienmitglieder führen oft dazu, dass Haustiere abgegeben werden. Nicht alle Tiere kommen mit Veränderungen klar. Ebenfalls kommt es auf die neue Wohnsituation drauf an, ob die Tiere überhaupt mitgenommen werden können.

  • Allergien: Einige Menschen entwickeln Allergien gegenüber Tierhaaren oder die Allergie war anfangs noch nicht so ausgeprägt.

  • Fundtiere und Aussetzungen: Von Polizei, Feuerwehr oder Passanten werden Tiere ins Tierheim gebracht, nachdem diese ausgesetzt oder gefunden werden. Manche Tiere werden gleich nach dem Kauf wieder abgegeben, weil sie nicht so sind, wie man es sich vorgestellt hat.

  • Kranke Tiere und Animal Hoarding: Immer mehr kranke oder verhaltensauffällige Tiere landen im Tierheim. Viele dieser Tiere haben es schwer ein neues Zuhause zu finden. Ebenfalls werden Tiere von Sicherstellungen aus tierquälerischer Haltung oder dem illegalen Welpenhandel ins Tierheim gebracht.


Die genannten Gründe zeigen, dass die Verantwortung für ein Haustier eine große Herausforderung darstellen kann, die nicht immer allen vor Augen ist. Eine gründliche Überlegung sollte im Vorhinein gemacht werden.


Tierheime sind oft überfüllt, auch weil die meisten süsse kleine Kitten/Welpen möchten, was zu einer Überpopulation von Tieren führt, die nicht mehr vermittelt werden können.

Die Überfüllung in Tierheimen ist ein ernstes Problem, das durch verschiedene Faktoren wie die Zunahme von Abgaben, unkontrollierte Fortpflanzung und mangelndes Bewusstsein für die Verantwortung der Tierhaltung verursacht wird. Diese Situation führt zu eingeschränkten Ressourcen, erhöhtem Stress für die Tiere und Schwierigkeiten bei der Vermittlung. Um die Lage zu verbessern, sind Maßnahmen wie die Förderung von Kastrationsprogrammen, Aufklärungskampagnen und verstärkte Vermittlungsanstrengungen notwendig. Eine ganzheitliche Herangehensweise ist erforderlich, um den Tieren eine bessere Lebensqualität und die Chance auf ein neues Zuhause zu bieten.

Freiwillige und Angestellte arbeiten bis an ihre Grenzen, um allen Tieren gerecht zu werden. Besonders nach der Corona-Pandemie, als viele Menschen während des Lockdowns spontan Tiere anschafften, erhöhte sich die Zahl der Abgaben erheblich. Tierheime finanzieren sich größtenteils durch Spenden und sind auf ehrenamtliche Hilfe angewiesen.


An dieser Stelle vielen Dank an alle Freiwilligen und Angestellten in den Tierheimen und ebenfalls ein grosses Dankeschön an alle, die einem Tier vom Tierheim eine Chance für ein neues Leben ermöglichen!

 
 
 

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